Medikamentenversorgung mit der 6-R-Regel

Krankenschwestern im Krankenhaus, Pfleger in Altenheimen und Privatpersonen, die zuhause Angehörige pflegen haben eine Sache gemeinsam: Sie müssen den Patienten ihre Medikamente verabreichen. Um sicherzustellen, dass alles reibungslos abläuft, verwenden die Pflegenden Memotechniken wie die „6-R-Regel„. 

Darunter werden Regeln verstanden, die bei der Versorgung mit Medikamenten beachtet werden müssen, damit alles richtig abläuft und sich keine Fehler einschleichen. Gerade wenn nicht nur ein Patient gepflegt werden muss, sondern mehrere zur gleichen Zeit, können sonst schnell Flüchtigkeitsfehler auftauchen. Mit der 6-R-Regel wird dieses Risiko so gut es geht minimiert.

Medikamentenversorgung mit der 6-R-Regel

Die 6-R-Regel hat ihren Namen von den Anfangsbuchstaben aller 6 Regeln. So kann sich jeder einzelne Schritt besser gemerkt werden und die Medikamentengabe kann ohne Hindernisse durchgeführt werden. Konkret lautet die Regel folgendermaßen:

  1. Richtiger Patient bzw. richtige Pflegeperson
  2. Richtiges Medikament/Arzneimittel
  3. Richtige Konzentration bzw. Dosierung
  4. Richtige Applikation oder Anwendung
  5. Richtige Zeit
  6. Richtige Dokumentation

Je nach dem, wo die zu pflegende Person untergebracht ist, oder welche Medikamente sie bekommt, kann der Wortlaut der Regeln sich verändern. Die Bedeutung der Regeln bleibt aber in den meisten Fällen die gleiche.

6-R-Regel als Standard in Einrichtungen

Mittlerweile gilt die 6-R-Regel als gängiger Standard in Einrichtungen, wo Leute gepflegt werden. Also zum Beispiel in Krankenhäusern und Altenheimen. Dabei sind die verschiedenen Regeln sehr selbsterklärend und gehören zur Ausbildung dazu.

Natürlich muss zu Beginn überprüft werden, ob man überhaupt im richtigen Zimmer, bei dem richtigen Patienten ist. Wenn die Person nicht bereits bekannt ist, wird der Name des Patienten abgeglichen und so die Erfüllung der ersten Regel überprüft. Auch die Richtigkeit des Medikaments wird anhand des Namens überprüft bzw. anhand der genauen Produktbeschreibung.

Vor dem Verabreichen des Medikaments muss dann überprüft werden, wie hoch dosiert das Mittel eingesetzt und in welcher Form es angewendet werden soll. Somit können auch Regel Nummer drei und vier abgehakt werden.

Der letzte Check vor der Medikamentengabe ist dann noch der Zeitpunkt. Verschiedene Medikamente sollen nämlich zu bestimmten Zeitpunkten, also morgens, mittags oder abends verabreicht werden. Stimmt auch die Zeit fehlt nach der erfolgreichen Abgabe nur noch die richtige Dokumentation. So kann im Nachhinein festgestellt werden wer, wann, wo und wie welches Medikament welchem Patienten verabreicht hat.

Die 10-R-Regel für weitere Ergänzungen

Auch wenn die 6-R-Regel schon sehr ausführlich ist, wird an manchen Stellen sogar die sogenannte 10-R-Regel verwendet. Kaum überraschend funktioniert sie genau wie die 6-R-Regel und wir nur um vier weitere Regeln ergänzt. Diese lauten:

  1. Richtige Anordnung vom Arzt
  2. Richtige Lagerung
  3. Richtiges Risikomanagement
  4. Richtige Entsorgung

Wenn auch diese Regeln beachtet werden, kann bei der Medikamentengabe im Normalfall nichts mehr schiefgehen.

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